R²-Buchvorstellung: Katja Petrowskaja - Vielleicht Esther (Bachmann-Preisträgerin 2013)

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Datum: 
Donnerstag, 27. März 2014
Zeit: 
20:00
Ort: 
Buchhandlung R² / Holzgasse 45 / D-53721 Siegburg / T 02241.8667170

 

Hieß sie wirklich Esther, die Großmutter des Vaters, die 1941 im besetzten Kiew allein in der Wohnung der geflohenen Familie zurückblieb? Die jiddischen Worte, die sie vertrauensvoll an die deutschen Soldaten auf der Straße richtete – wer hat sie gehört? Und als die Soldaten die Babuschka erschossen, »mit nachlässiger Routine« – wer hat am Fenster gestanden und zugeschaut? Die unabgeschlossene Familiengeschichte, die Katja Petrowskaja in kurzen Kapiteln erzählt, hätte ein tragischer Epochenroman werden können: der Student Judas Stern, ein Großonkel, verübte 1932 ein Attentat auf den deutschen Botschaftsrat in Moskau. Sterns Bruder, ein Revolutionär aus Odessa, gab sich den Untergrundnamen Petrowski. Ein Urgroßvater gründete in Warschau ein Waisenhaus für taubstumme jüdische Kinder. Wenn aber schon der Name nicht mehr gewiß ist, was kann man dann überhaupt wissen?

Katja Petrowskaja, 1970 in Kiew geboren, studierte Literaturwissenschaft in Tartu (Estland) und promovierte in Moskau. Seit 1999 lebt sie in Berlin und arbeitet als Journalistin für russische und deutsche Print- Netzmedien. Seit 2011 ist sie Kolumnistin bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Für ihre Erzählung »Vielleicht Esther« erhielt sie 2013 den Ingeborg-Bachmann-Preis.

 

Pressestimmen:

»Katja Petrowskaja, Siegerin von Klagenfurt, Geschenk für eine Literatur, die versteht, wie viel Kraft in einer fremden Sprache steckt.«
Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Schon jetzt ist die deutsche Gegenwartsliteratur um eine kluge, flamboyante und höchst eigenständige Stimme reicher.«
Ijoma Mangold, DIE ZEIT

»Nicht oft hat ein Text in Klagenfurt solche Ergriffenheit und stürmische Begeisterung hervorgerufen wie Vielleicht Esther«.
Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Als Katja Petrowskaja diese Geschichte mit erstaunlicher literarischer Leichtigkeit las, hätte man in Klagenfurt eine Stecknadel fallen hören können. Die Jury war sich einig: ein wundervoller Text über ein großes Thema.«
Harald Loch, Jüdische Allgemeine

»Katja Petrowskajas Sieg ist ein weiterer Beleg dafür, dass dem Leser als gierigem Kollektiv die Sehnsucht nach triftigen Stoffen und der sprachlichen Bewältigung dieser nie ausgehen wird.«
Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau

»Völlig zu Recht erhielt die Autorin für diese souveräne Erinnerungsreise in eine imaginierte Zone des Schreckens den Ingeborg-Bachmann-Preis.«
Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung

Preis: 
8,- Euro (Karten und -vorbestellung ab jetzt in der Buchhandlung 02241.8667170)